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1. Tag – Addis Abeba

Heute morgen um sieben Uhr äthiopischer Zeit sind wir nach acht Stunden Flug auf dem Flughafen von Addis Abeba gelandet. Bevor wir den Flughafen verließen, wollten wir unser Bargeld umtauschen und standen eine Ewigkeit am Bankschalter an. Gut eine Stunde später passierten wir die Sicherheitsabfertigung, um unsere Taschen einzusammeln, die schon neben dem Gepäckband standen, da wir so lange gebraucht hatten. Anschließend wurden unsere Taschen nochmals durchleuchtet…... und wir hatten unser erstes ernstes Problem! Mark wurde aufgehalten und um eine Genehmigung für die Kamera gebeten, die wir nicht hatten, da uns gesagt worden war, dass wir keine bräuchten. Widerwillig mussten wir die Kamera am Flughafen zurücklassen und unsere Gastgeber von WaterAid Ethiopia bitten, uns in der Zwischenzeit die Genehmigung zu besorgen.

Völlig verrückte Fahrt im Auto zu unserem Hotel… unser erster Eindruck von Äthiopien. Alle noch ziemlich benommen vom Flug, waren wir froh, uns vor den ersten Meetings noch ein paar Stunden lang ausruhen zu können.

Serena und Tekele von WaterAid Ethiopia (WAE) führten uns zum Mittagessen aus, bevor sie uns das Team vorstellten. In der Stadt gibt es viele italienische Restaurants – eine Folge der Belagerung durch das Italien Mussolinis im Zweiten Weltkrieg. Nachdem die Genehmigung ausgestellt war, fuhr Mark wieder zum Flughafen, um seine Kamera abzuholen. WAE stellten uns ihren speziellen Auftrag im Rahmen der übergeordneten Ziele von WaterAid vor und erklärten uns, dass ihr Fokus auf Projekten läge, die von den Gemeinden selbst durchgeführt würden, und warum es für ein nachhaltiges Gelingen so wichtig ist, dass die Hilfsprojekte im Besitz der Gemeinden sind. Sie erzählten uns auch, dass sie lokale Bräuche wie Kaffeezeremonien als Forum benutzen, um Diskussionen über Gesundheit und Hygiene anzustoßen. Sie stellten uns die verschiedenen Technologien vor, die wir sehen würden – Biogasanlagen, Schwerkraft-Wassersysteme, EcoSan-Latrinen etc. Ich freue mich schon darauf, einige von ihnen in den Projektgebieten im Einsatz zu sehen, da ich mir nicht wirklich vorstellen kann, wie sie in der Praxis funktionieren.

Als ich ins Hotel zurückging, wurde mir mit einem Mal bewusst, dass dies hier mit nichts zu vergleichen war, was ich bislang erlebt hatte. Obwohl die Menschen freundlich wirkten und ich mich auch nicht bedroht fühlte, war ich doch ein wenig eingeschüchtert. Links und rechts der Straße standen viele barackenähnliche Gebäude, die, so erzählte uns Tekele, bald abgerissen würden, um Platz für ein Stadterneuerungsprojekt zu schaffen. Hier wird viel gebaut – die Gerüste bestehen aus zerbrechlich wirkenden, zusammengehämmerten Stöcken!

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