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Trivial Pursuit.

Die vielen Fragen, die ich vor der Reise hatte, wurden zum größten Teil beantwortet. Eine Übersicht:

Was wird ECOVER dort genau unternehmen?
ECOVER wird in Nordäthiopien, Hintalo-Wajerat, zusammen mit WaterAid Äthiopien und dem lokalen Partner Ethiopian Orthodox Church für trinkbares Wasser, angemessene Sanitäranlagen und die Vermittlung von Hygienekenntnissen sorgen. Genauer gesagt werden in 11 Dörfern für 15.000 Personen Wasserstellen angelegt, Handpumpen installiert, Systeme zur Nutzung von Regenwasser entwickelt, Toiletten für 1.350 Familien sowie Abfallgruben für 1.600 Familien gebaut, Promotionskampagnen für 10.000 Menschen, Vermittlung von Hygienekenntnissen für 2.000 Haushalte sowie besondere Schulungen der Dorfvorsteher organisiert, … Mit anderen Worten wird dafür gesorgt, dass diese Menschen unter menschenwürdigeren Bedingungen leben können, und nicht ständig ums Überleben kämpfen müssen.

Bin ich krank geworden?
Nein, zum Glück nicht.
Aber unser Kameramann weiß aus Erfahrung, dass dies meist erst nach einer Woche ausbricht. Also morgen.

War die Konfrontation hart?
Ja. Auch wenn ich bereits die schlimmen Zustände in anderen Teilen der Welt kennen gelernt habe und mich mental darauf vorbereitet hatte. Dennoch haben mich bestimmte Situationen emotional schwer belastet, und ich konnte trotz analytischer Bemühungen nur selten Antworten oder gar Lösungen finden. Eine Relativierung über Klischee-Aussagen wie „die Welt ist ungerecht“ oder „die Menschen kennen es nicht anders“, haben mir da auch nicht wirklich geholfen.

War mein Reisepass noch gültig?
Auch wenn dieser vor der Reise noch extra erneuert wurde, ich alle notwendigen Stempel und Einträge hatte, ohne Probleme nach Äthiopien eingereist und auf dem Rückweg schnell in London ankam: der allerletzte Zollbeamte in Heathrow machte mir klar, dass mein Reisepass NICHT gültig war!!! Es gab einen Fehler darin. Die Charme-Offensive meiner drei weiblichen Kollegen machte diesen aufmerksamen Mann allerdings nachsichtig und ich durfte passieren…

Bin ich mit heiler Haut wieder zu Hause angekommen?
Sicher. Keine George-Clooney-Szenen. Ganz im Gegenteil. Äthiopien hat auf mich einen sehr sicheren Eindruck gemacht. Auch in der Hauptstadt, auch abends. Keine kleine oder große Kriminalität. Äthiopier sind sehr aufmerksame, zuvorkommende, höfliche Menschen. Selbst das Betteln um „money“ oder „pen“ war nicht aufdringlich. Die einzige Verletzung, die ich davongetragen habe, stammt von einem albernen Kampf mit einer Kaktusfrucht.

Und was war mit der Hygiene?
Das ist eine ganz andere Geschichte. Der Topf mit dem desinfizierenden Gel für die Hände ist beinah leer. Die Hygiene in Äthiopien ist nicht vergleichbar mit der in Belgien. Manchmal hat mir der Anblick von Besteck, Tellern, Gläsern den Magen umgedreht, wie auch immer die Benutzung der WCs im bekannten französischen Camping-Stil. Auch das Essen mit mehreren Personen von ein und dem selben Teller, mit den Händen, die zwischenzeitlich abgeleckt werden, um dann wieder im Teller zu versinken, lief meiner Zimperlichkeit zuwider.

Äthiopien ökologisch?
ECOVER ist bekannt für eine ökologisch bewusste Einstellung, und zwar für alle Produktphasen. Unsere Produkte sind effizient, aber gleichzeitig immer ökologisch. Sie basieren auf natürlichen Bestandteilen und Mineralien, sind vollständig und schnell abbaubar, hautschonend, haben eine minimale Auswirkung auf das ökologische Gleichgewicht im Wasser…... . Ich war dann auch angenehm überrascht von der ökologisch bewussten Einstellung des durchschnittlichen Äthiopiers. So habe ich verschiedene Arten der Wiederverwertung gesehen, die bestmögliche wie auch erfindungsreiche Nutzung der vorhandenen natürlichen Rohstoffe.

War es schwer?
Die emotionale Anstrengung habe ich bereits beschrieben. Aber auch physisch war es nicht ganz ohne. Da wir das Beste aus der kurzen Zeit machen wollten, sind wir vor allem nachts oder sehr früh morgens gereist. Um die besten Fotos zu machen und um den Zeitplan bezüglich der Wassergewohnheiten der einheimischen Bevölkerung zu respektieren, waren wir meist vor Sonnenaufgang zur Stelle und sehr spät nach Sonnenuntergang wieder zurück. Auch die konzentrierte, aufmerksame Befragung der einheimischen Bevölkerung, die dazu noch oft an den unangenehmsten Orten stattfand, erforderte viel Energie. Das zeigt sich so: heute die Kinder um 8:30 Uhr zur Schule gebracht, eben kurz hinlegen, um dann erst wieder um 15:30 Uhr aufzuwachen und sie direkt wieder abholen können!

War es hart?
Hierauf antworte ich vollmundig JA! Es war schwer, sowohl physisch als auch mental, aber es war auch ein sehr bewegendes und bereicherndes Erlebnis für mich. Ich bin somit auch stolz, in einem Betrieb tätig zu sein, der sich finanziell wie auch konzeptuell mit einer solchen Problematik auseinander setzt. Außerdem denke ich, dass ECOVER mit den Partnern WaterAid und EOC die richtige Wahl getroffen hat. Mein Eindruck ist der, dass es sich hierbei um sehr umtriebige und professionelle Organisationen handelt, die alles daran tun, um dies Wasserproblematik in Äthiopien mit Erfolg anzugehen.

Mein Dank geht an:
- Meine Reisepartner Sadie (ECOVER UK), Rona und Noami (WaterAid UK), Marco (Fotograf), Marc (Kameramann)
- Unsere Begleiter Serena (WaterAid Äthiopien), Gorayshe (EOC Äthiopien)
- Herrn Peter Antonissen, Frau Leen Danneels (Anthonissen & Associates)
- Herrn Mick Bremans, Frau Effi Vandevoorde (ECOVER International)
- An Sie, den Leser dieses Blogs

Mein aufrichtiger Dank! Serge

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