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Es geht los!

Mit dem Zug von der Station Berchem nach Brüssel Süd, dann mit dem Eurostar nach London St. Pancras, um anschließend mit der Tube fünf Stunden später beim Terminal 3 in Heathrow anzukommen und festzustellen… dass ich der Erste war. Etwas später kommen Sadie (ECOVER UK) sowie Rona und Naomi (WaterAid UK) an, gefolgt von Marco (Fotograf) und Marc (Kameramann). Los geht’s zum Check-in. Da sahen wir uns bereits mit dem ersten nicht ganz kleinen praktischen Problem konfrontiert. Das Reisebüro hatte keine Reservierungen für M&M aufgegeben, so dass sie keine Tickets hatten! Nach längerer Diskussion und nervenaufreibendem Hin-und-Her, haben sie notgedrungen ihre Visa-Karte auspacken müssen, um neue Tickets zu kaufen. Und das war nur der Anfang ihrer Probleme…
Der Flug selbst war angenehm, wenn die Nacht auch recht kurz war. Abflug um 21:35, Getränke um 22:35, Abendessen um 24:00, Tee/Kaffee um 1:00, Frühstück um 5:30, wieder Tee/Kaffee um 6:30, dann die Landung um 7:10. So weit so gut, der Sonnenaufgang und die hügelige Wüstenlandschaft waren mehr als prächtig anzuschauen.
Dann noch eine Tasse des berüchtigten äthiopischen Kaffees, und wir sind wieder auf dem Damm.

Antwerps, eine Weltsprache.
Dienstag 15. April. Angekommen am Flughafen von Addis Abeba und auf unser Gepäck wartend, höre ich neben mir die spontane aber passende Bemerkung „amaai das hier waarem!“ Antwerpener, … – Weltbürger. Offensichtlich war gleichzeitig mit uns ein Flug aus Brüssel angekommen.
Also nach draußen, aber das war leichter gesagt als getan. Marco, Rona, Naomi, Sadie und ich passieren die Zollkontrolle ohne Probleme… Marc dagegen wird brüsk festgehalten und muss seine Kamera abgeben. Und das nicht ohne Handgreiflichkeit. Der Hinweis der Botschaft in London, dass man keine besondere Genehmigung benötigt, um eine professionelle Kamera mit in das Land zu nehmen, wird vom Zollbeamten vor Ort ganz grotesk Lügen gestraft. Die Überraschungen der Bürokratie, auch in Äthiopien.

Das Darwinsche Gesetz gilt auch hier.
Ein Bus vom Hotel Adot-Tina wartet auf uns, flankiert von mehr als 20 bereitwilligen Kofferträgern, und wir hatten nur 10 Koffer. Als wir diesen (auf Empfehlung von Rona) für ihre harte Arbeit nicht mal ein Trinkgeld geben, befürchtete ich, dass sie unsere Koffer direkt wieder aus dem Kofferraum holen würden. Das hatte unser Busfahrer wohl auch so gesehen und setzte seinen VW geräuschvoll in Bewegung, um sich daraufhin buchstäblich und bildlich einen Weg durch den Abendverkehr von Addis Abeba zu bahnen. Ein Abendverkehr, in dem nur ein Gesetz gilt… das von Darwin.
Auf unserer Fahrt zum Hotel wurden wir sofort mit den harten Fakten konfrontiert. Äthiopien ist arm, ohne Zweifel. Verwaiste Kinder, verkrüppelte Alte, missgebildete Männer und Frauen –, alle mit starrem Blick, – humpelten durch die staubigen Straßen. Bedrückende Bilder. Bilder aus einer anderen Welt. Einer Welt, an der WaterAid und ECOVER doch etwas ändern möchten.

WaterAid - ECOVER
Am Nachmittag hatten wir ein Treffen mit Vertretern von WaterAid Äthiopien. Sie erläuterten uns genauer, wie sie das Konzept von WaterAid International hier realisieren.
Wateraid ist eine internationale NGO mit Hauptsitz in London und ist in mehr als 17 Ländern aktiv. Ihre Vision ist eine Welt, in der jeder Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen hat. Ihrer Ansicht nach sind dies Grundbedürfnisse, auf die jeder Mensch ein Anrecht hat. Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen wirkt sich positiv auf die allgemeine Gesundheit und die persönliche Entwicklung aus, ist vor allem aber der rudimentärste Schritt aus dem Tal der Armut. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern hilft WaterAid den verschiedenen Gemeinschaften bei der Einrichtung, Umsetzung und Fortführung verschiedener Projekte. Projekte mit dem Ziel der Versorgung mit eigenem Wasser, eigenen Sanitäranlagen und der Vermittlung von Hygienekenntnissen. Dies unter Einsatz langlebiger Techniken und günstiger Technologien. So haben sie allein in Äthiopien bereits 800.000 Menschen geholfen. Aber es muss noch mehr passieren, und hier kommt ECOVER ins Spiel. Deshalb werden wir morgen (sehr) früh um 5:20 Uhr mit dem Flugzeug dorthin aufbrechen, wo es für ECOVER ums Ganze gehen wird, das Problemgebiet Hintalo-Wajerat.
Ich bin gespannt, was uns dort erwartet…

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